rheintal24.ch, Fabian Alexander Meyer
Das Winterkonzert der Stadtmusik Altstätten war ein voller Erfolg. Gross und Klein fand Freude an der Musik. Rheintal24 war vor Ort.
Am 11. Januar lud die Stadtmusik Altstätten zum Winterkonzert. Der Saal im Hotel Sonne in Altstätten war bis auf den letzten Platz ausgebucht – so viel Interesse konnten die jungen und älteren Musiker auf sich ziehen.
Indiana Jones und Batman
Den Anfang machte die Beginnerband. Also die Kleinsten der Kleinsten. Sie spielten «When The Saints». Darauf folgte die Beginner- und Kadettenmusik. Sie spielten gleich zwei Klassiker. Auf der einen Seite «Raiders March», bekannt von Indiana Jones und auf der anderen Seite das «Batman‘s Theme» von den Batman-Filmen. Damit wurde ein Abend voll Musik fulminant eingeläutet.
Es waren sodann auch die Kadetten, die von hier an die Führung übernahmen. «Alperose» war ein ruhiger, fast schon melancholischer Song, der dennoch ein Feuer unter dem Publikum entfachte. Weiter angefeuert wurde dieses durch die weltbekannte und unverkennbare Melodie von «Der pinke Panther», ehe mit «Polka Party» ein Rausschmeisser kredenzt wurde, der das Publikum mitklatschen liess und den Musikern damit die Ehre bereitete, die sie verdienten.
Was Shakira und die Fäaschtbänkler gemein haben
Die Kadetten- und Jugendmusik liess im Anschluss das WM-Fieber von 2008 nochmal hochleben. «Waka Waka Eh Eh; This Time For Africa». Der Song von Shakira, geschrieben für die WM 2010 in Südafrika, liess, vorgetragen von der Jugendmusik, kein Tanzbein stillstehen. Fehlten nur noch die Vuvuzelas, die zur damaligen WM ebenso dazugehörten, wie die Panini-Bildchen auf dem Schulhof.
Von Afrika ging es sodann zurück in die Schweiz. Und das gleich «All In» – in Anlehnung auf den Fäaschtbänkler-Hit. Die einheimische Qualität konnte ebenso überzeugen wie internationale Klasse.
Damit wird einmal mehr unterstrichen, welch grossartiges Talent die Altstätter Musiker haben. Sie können sich der verschiedensten Genres und der unterschiedlichsten Nationen bedienen – und es trotzdem immer so umsetzen, als wäre man damit aufgewachsen.
In die Kindheit zurückversetzt
Nochmal einen drauf setzte die Jugendmusik. Nachdem man sich bereits der Filme und Klassikern bedient hatte, kamen nun Videospiele dran. Konkret Tetris. Während man der Melodie lauschte, konnte man sich die verschwitzten Hände, wie sie den grauen Gameboy mit dem grünen Display, in angespannter und nervöser Art umklammern, bildlich vorstellen. Und auch das Gefühl, wenn man den Highscore geschafft hatte, liessen die Musiker nicht vermissen.
Darauf folgten der Redneck-Klassiker «Cotton Eye Joe», in dieser Art klassisch vorgetragen, und der kulturelle Angriff auf den guten Geschmack «Expresso und Tschianti», ehe man mit «Danza Kuduro» und «Maneskin Greatest Hits» nochmal zwei rockige Nummern zum Abgehen bereit hatte.
Die erste Hälfte des Abends endete unter tosendem Applaus des Publikums.
«Lasst uns feiern»
Nach einer Stärkung am Kuchenbuffet und einer ausgedehnten halbstündigen Pause kamen die ältesten Damen und Herren des Abends auf die Bühne. Bühne frei für die Stadtmusik Altstätten. Eröffnet wurde mit dem Klassiker «Lets Celebrate». Mit dieser mitreissenden Nummer war der Ton für den Rest des Abends bereits gesetzt. Wortwörtlich.
Was darauf folgte, war «Swiss Ländler». Ein einheimisches Stück Musikgeschichte, das nicht so recht in das Grosse Ganze passen wollte – aber genau das machte gewissermassen den Charme aus. Es sorgte für eine nette kleine Überraschung und liess aufhorchen.
Genregrenzen verschwimmen
Darauf folgte «The Sound Of Crime» und entführte die Zuhörer von einer Schweizer Alp in ein verrauchtes Café irgendwo im New York der 20er-Jahre, ehe die Besucher mit «Arabesque» erneut an einen komplett anderen Ort teleportiert wurden.
Auch an dieser Stelle muss man die Spielfreude und die Virtuosität der Altstätter einfach loben. Die scheinbare Leichtigkeit, mit der sämtliche Musiker, unabhängig von der Alters- und Musikgruppe hier die Genres, Epochen und Stile vermischen, sucht ihresgleichen.
Darbietung musikalischer Höchstleistungen
Dass die Altstätter ihr Handwerk verstehen und es nach Belieben vermischen können, bewiesen sie sodann mit «W. Nuss vo Bümpliz», «La mélodie de cor des alpes» und «Italo Pop Classics», die alle unterschiedlicher nicht sein könnten. Und trotzdem schienen sie perfekt aufeinanderzupassen. Denn das Konzert fühlte sich trotz des eigentlich ziemlich grossen Durcheinanders wie eine stringente Darbietung musikalischer Höchstleistungen an.
Nachdem die letzten Töne verklungen waren, liess der tosende Beifall nicht auf sich warten – und er brauchte eine ganze Weile, bis er wieder einigermassen abebbte. So sehr haben sich die Zuhörer gefreut. Dies zeigt, wie schön und wichtig das Vereinsleben ist. Man schafft gemeinsam etwas und macht andere damit glücklich. Das nächste Winterkonzert am 18. Januar, quasi die logische Fortsetzung, verspricht ein nicht minder grosser Erfolg zu werden. Und das sei den Altstätter Musikanten von Herzen gegönnt.